Wärme sammeln können (fast) alle
![]() Montage einer 32 Quadratmeter grossen Kollektor-Anlage in Bergün 2006. |
Sonnenkollektoren machen überall dort Sinn, wo Wärme für das Brauchwasser oder die Heizung gebraucht wird und eine besonnte Fläche vorhanden ist.
Zusätzlich zu Fläche und Bedarf braucht es auch Platz für einen zentralen Wärmespeicher (Boiler). Diese Bedingungen treffen auf fast alle Häuser zu - das ungenutzte Potenzial ist enorm und Sonnenkollektoren lohnen sich meist auch fürs Portemonnaie!
Einen optimalen Ertrag erreichen Solarwärmeanlagen, wenn sie südorientiert mit einer Neigung von ca. 60° aufgestellt werden. Die Neigung ist so gewählt, dass im Winter, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, der Ertrag optimiert wird. Wenn der Wärmeertrag über das ganze Jahr optimiert werden soll, dann ist wie bei der Photovoltaik eine Dachneigung von 30° am besten. Die Zahlen für die Ertragseinbussen bei anderen Ausrichtungen sind in etwa die selben wie bei der Photovoltaik: bei einer Süd-Ost/Süd-West Orientierung oder bei Neigungen zwischen 20° und 60° beträgt die Einbusse nur ca. 5%. Bei einer Ost- oder Westausrichtung liegt die Einbusse bei einer 30° Neigung bei ca. 15% (Mehr dazu gibts auf dem Solar-Lexikon).
Auch hier gilt das Fazit, dass auch nicht süd-orientierte Dächer zum Gewinn bringenden Wärmelieferanten gemacht werden können!
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Zu einer Solarwärme-Anlage gehören Kollektoren, Leitungen, eine Steuerung mit Pumpe, ein Solarboiler (mit Wärmetauscher und Zusatzerwärmung für den Winter) und die Verbraucher. Man kann das Trinkwasser oder auch das Heizwasser für ein Einfamilienhaus erwärmen. Für Mehrfamilienhäuser wird meist das Brauch und Heizwasser solar vorgewärmt. Schwimmbäder können mit besonders günstigen Schwimmbadkollektoren erwärmt werden. Es gibt auch einige Spezial-anwendungen, wie z.B. die Heutrocknung mit Luftkollektoren oder eine solare Kühlung für Büros.
Wie viel Sonnenkollektoren sollen aufs Dach?
Die Grösse einer Kollektor-Anlage inkl. Warmwasser-Speicher (Boiler) muss sorgfältig auf den Warmwasserverbrauch (Brauch- und/oder Heizwasser) abgestimmt werden. Standard Einfamilien-hausanlagen zur Erwärmung des Brauchwassers benötigen ein Kollektorfeld von 4 bis 6 m2 und einen Boiler von ca. 80 bis 150 Liter pro m2.
Eine typische Solaranlage für das Warmwasser eines 4-Personen-Haushaltes, hat z.B. einen 400-Liter-Solartank und eine Kollektorfläche von 5 Quadratmetern. Damit können ca. 60% des jährlichen Warmwasserbedarfs gedeckt werden. Mit solch einer Anlage kann eine vierköpfige Familie pro Jahr ca. 500-600 Liter Heizöl einsparen!
Mit Heizungsunterstützung werden die Anlagen ca. 3- bis 4-mal grösser - ein 4-Personen-Haushalt würde z.B. eine Fläche von 15-20 Quadratmeter und einen Boiler von über 1000 Liter benötigen. Es gibt auch Grössen dazwischen - die optimale Variante für Geldbeutel und Komfort lässt sich am besten vor Ort ermitteln.
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