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Viele Flächen führen zum Strom

Solarstrom kann überall dort produziert werden, wo genügend Sonneneinstrahlung auftrifft und ein Netzanschluss oder ein direkter Strombedarf besteht.

Solange das Potenzial auf den bestehenden Dächern nicht ausgenutzt ist, macht eine Freiflächen-Nutzung nur in seltenen Fällen Sinn. Einen optimalen Ertrag erreichen Solarstromanlagen (auch "Photovoltaik-, oder PV-Anlagen"), wenn sie süd-orientiert mit einer Neigung von ca. 30° aufgestellt werden. Die Ertragseinbusse bei einer Süd-Ost/Süd-West Orientierung oder bei Neigungen zwischen 20° und 60° beträgt nur ca. 5%. Bei einer Ost- oder Westausrichtung liegt die Einbusse bei einer 30° Neigung bei ca. 15% (detaillierte Zahlen gibts im Solar-Lexikon). Fazit: auch nicht süd-orientierte Dächer können problemlos zum Stromproduzenten gemacht werden. Beim eigenen Hausdach ist, neben einer Ausrichtung zwischen Ost, Süd und West, vor allem wichtig, dass es nicht oder nur wenig beschattet wird (z.B. von anderen Gebäuden, Bäumen, ...).

 

 


Swisscom Lehrlinge vor ihrer 8.5 kWp-Anlage auf dem Dach des Swisscom-Gebäudes in Zürich (April 2005).

Netzgekoppelte Solaranlagen bestehen aus Modulen (Verbund von Solarzellen), die Gleichstrom produzieren, einem Wechselrichter, der den Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom umwandelt, einem Zähler und einem Netzanschluss. Der produzierte Strom wird sozusagen im Netz zwischengespeichert, deswegen braucht es keine Batterie. Eine Schema, das die einzelnen Bestandteile zeigt, findet ihr hier.

In Bergregionen und noch vielen anderen Weltregionen, wo es keinen Netzanschluss gibt (ein Drittel der Weltbevölkerung hat keinen Strom), können Inselanlagen zur Versorgung mit Strom beitragen. Die tagsüber produzierte Energie wird nicht im Netz, sondern in Batterien zwischengespeichert, damit auch Nachts Strom zur Verfügung steht. Ein Wechselrichter ist nur dann notwendig, wenn auch normale Wechselstrom-Geräte angeschlossen werden sollen. Die wichtigsten Geräte (z.B. Licht und Kühlschrank) gibt es auch als Gleichstrom-Geräte.

Wie gross soll meine Anlage sein?


Sommer 2005: Arbeiten an der 40kWp-Anlage in Vazerol bei Brienz (GR)

Die Grösse einer netzgekoppelten PV-Anlage hängt von der zur Verfügung stehenden Fläche bzw. dem vorhandenen Geld ab, da die gesamte Produktion jederzeit in das Netz eingespiesen wird.
Bei Inselanlagen (z.B. Gartenbeleuchtung, Wasserpumpe, Alphütte...) ist der Strombedarf entscheidend für die Dimensionierung. In Berghütten, wo z.B. nur Licht gebraucht wird, genügen meist einer bis wenige Quadratmeter und eine "Autobatterie" (mehr zu den vielfältigen Möglichkeiten von Inselsystemen findet ihr bei Megasol).

Interessante Zahlen für die Wahl der Grösse

 Eine Fläche von acht Quadratmetern Solarmodulen mit einem Wirkungsgrad von ca. 12% hat ungefähr eine Leistung von 1 kWp und erzeugt während eines Jahres eine Energiemenge von 850-950 Kilowattstunden (kWh). Damit kann man in etwa den Verbrauch eines Geschirrspülers und eines Kühlschrankes aus den 90er Jahren decken. Eine 4-Köpfige Familie verbraucht über ein Jahr gerechnet ca. 4000 kWh. Um diesen Bedarf zu decken, genügt in etwa eine 4.5 KWp-Anlage, was einer Fläche von ca. 36 m2 entspricht, wenn Module mit einem Wirkungsgrad von 12% gewählt werden.

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